Bei Netzstörungen steht Ihnen unser Pikettdienst unter 033 856 25 26 zur Verfügung.
Bei Störungen an Ihrer Elektroinstallation wenden Sie sich bitte an einen Elektroinstallateur.

Das Jahr 2025 war sowohl in regulatorischer wie auch in organisatorischer Hinsicht alles andere als langweilig. Im regulatorischen Bereich galt es, zum einen die ersten Etappen zur Erfüllung des IKT-Minimalstandard in Angriff zu nehmen; zum anderen im finanziellen Bereich eine neue Reporting-Struktur aufzubauen, um ab 2026 die Messkosten pro Messpunkt zu kalkulieren und abzurechnen. Auch die Vorbereitungen zur Umsetzung von Eigenverbrauchslösungen wie der lokalen Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) oder des virtuellen Zusammenschlusses zum Eigenverbrauch (vZEV) hat die eine oder andere Stunde im IT-Bereich erfordert.
Die Übergabe des Dienstleistungsbereiches Elektroinstallationen an die Aeschimann Elektro AG per 1.1.2025 ist sehr gut verlaufen. Kundenseitig war kaum etwas zu spüren, blieben die Ansprechpartner an den Standorten doch meist dieselben. Der Aufbau des Bereiches Energiedienstleistungen lief leider nicht wie gewünscht. Der im Dezember 2024 neu angestellte Bereichsleiter fand sich in seiner Aufgabe leider nicht wie gewünscht zurecht und hat sich daher nach kurzer Zeit dazu entschieden, die EWL wieder zu verlassen. Die Suche nach einem Nachfolger erwies sich als erfolglos. Da der Erfolg des neuen Bereiches aufgrund zunehmender Konkurrenz und abnehmender Auftragslage auf unsicheren Beinen stand, entschieden sich die Geschäftsleitung wie auch der Verwaltungsrat gegen Ende Sommer dazu, den Bereich Energiedienstleistung nicht weiterzubetreiben. Der einzige verbleibende Mitarbeiter konnte dank seiner vertieften Ausbildung im Bereich Photovoltaik problemlos einen neuen Arbeitgeber finden.
In diversen Strategieworkshops entwickelten die Geschäftsleitung und die Verwaltungsräte die neue – oder eigentlich ursprüngliche – Ausrichtung der EWL Genossenschaft. Der Fokus soll auf der Sicherstellung einer zukunftsfähigen Energieversorgung des Lauterbrunnentals liegen. Hierbei gilt es in den kommenden Jahren, sowohl die Netzinfrastrukturnutzung zu optimieren sowie adaptive Energiesysteme zu gestalten; und dies mit dem Hauptfokus Wasserkraft sowie neue Erneuerbare. Daher werden die personellen Ressourcen insbesondere im Bereich Netzbau, Netzengineering wie auch im Bereich der Produktion aus Wasserkraft eingesetzt.
Die Pensionierung der vier langjährigen Mitarbeiter – Karl Guntern (39 Jahre EWL), Max Grädel (44 Jahre EWL), Hansruedi Glauser (45 Jahre EWL) sowie Walter von Allmen (14 Jahre EWL) – hat eine grosse Lücke hinterlassen. Aufgrund der guten Nachfolgeplanung konnte jedoch ein breites Wissensspektrum in Bezug auf die Netz- und Produktionsinfrastruktur der EWL Genossenschaft an die jüngeren Generationen weitergegeben werden. Seit Sommer 2025 haben wir zudem im Bereich Netz einen neuen Lernenden aus der Region, Luca Müller aus Wengen, und seit Oktober unterstützt uns Mario Ritschard tatkräftig als Projektleiter im Netzteam.
Im Jahr 2025 wurden die vorerst letzten Arbeiten im Projekt Schilthorn 20xx ausgeführt. Auch der Bau des Kraftwerks Sousbach neigt sich nun dem Ende zu. Die Inbetriebnahme-Phase verlief reibungslos, so dass das Kraftwerk im August 2025 in Betrieb genommen werden konnte.
Die Sanierung der Dorfstrasse geht weiter voran. Im Jahr 2025 konnte eine weitere Etappe abgeschlossen werden.
Im Vergleich zum Vorjahr liegt der Umsatz um rund CHF 3.5 Mio. tiefer als im Vorjahr. Dies ist zum einen auf den Verkauf des Bereiches Elektroinstallationen (rund CHF 2 Mio.) sowie auf die tieferen Energietarife zurückzuführen. Der Aufwand hat sich im Bereich von Material- und Energieeinkauf wie auch im Bereich Personalkosten in ähnlicher Weise reduziert. Die Abschreibungen konnten im gewohnten Rahmen vorgenommen werden. Somit liegt das Betriebsergebnis nach Steuern bei einem Jahresergebnis von rund CHF 146'000.-; was fast genau demselben Ergebnis wie im Jahr 2024 entspricht.
Die Veränderung der flüssigen Mittel zeigt auf, dass sich die Liquidität, nach einem Cash-intensiven Jahr 2024, im 2025 wieder sehr positiv entwickelt hat. Die Zunahme von flüssigen Mitteln beträgt gut CHF 440'000.-.
An sechs Sitzungen hat sich der Verwaltungsrat im 2025 getroffen.
Ich danke an dieser Stelle dem Ratskollegium, aber auch dem ganzen Führungsteam und den Mitarbeitenden für die angenehme und konstruktive Zusammenarbeit zugunsten der EWL Genossenschaft.
Daniel Werlen
Präsident des Verwaltungsrates
Seit Jahresbeginn stehen Themen wie die Umsetzung des IKT-Minimalstandards wie auch die die Umsetzung von ZEV/vZEV und LEG stark im Zentrum. Zweiteres ist besonders Beratungsintensiv und erfordert gut geschultes Personal. Die Ausbildung der Mitarbeitenden in diesen Themenbereichen wie auch KI-gestützte Analyse zur effizienten Bearbeitung von Anfragen sollten in Angriff genommen werden.
Als weitere spannende Herausforderung für das Jahr 2026 steht die Entwicklung von Projekten im Bereich Winterstromproduktion sowie Optimierung der Netzlasten im Fokus. Im Juni findet zudem die offizielle Einweihungsfeier des Kraftwerk Sousbach statt. Mit einem Tag der offenen Tür, welcher im August geplant ist, soll zudem für alle Interessierten die Möglichkeit bestehen, das Kraftwerk von der Wasserfassung bis zur Produktionszentrale zu besichtigen.
Am 13. März 2026 hat sich der Fokus der EWL Genossenschaft massiv verändert. Der Brand des Werkgebäudes im Äschmad hat fast die gesamte Arbeitsinfrastruktur -von Fahrzeugen bis zu Material und Werkzeugen – wie auch die gesamte Büroinfrastruktur zerstört. Glücklicherweise sind keine Personen zu Schaden gekommen.
Nach der ersten Bestandesaufnahme ging es direkt an die Planung eines provisorischen Baus, welcher als neue Basis für die Geschäftstätigkeit bis zum Wiederaufbau dienen soll. Da das Gebäude massiv geschädigt ist, wird von einem kompletten Rück- und Wiederaufbau ausgegangen.
Die Versorgungssicherheit war aufgrund der dezentralen Verteilung der Leittechnik wie auch weiterer wichtiger Infrastruktur nie gefährdet. Dank der Unterstützung von lokalen Partnern konnte zudem von Beginn an der Einsatz im Falle von Störungen nahtlos sichergestellt werden.
Das Jahr 2026 wird aussergewöhnlich und fordernd. Der Zusammenhalt im gesamten Team war nach dem Brand jedoch enorm stark zu spüren. Es wird ausgeholfen und alle ziehen am selben Strick.
Ein herzliches Dankeschön an jede einzelne Mitarbeiterin und jeden einzelnen Mitarbeiter für den Einsatz und die gegenseitige Unterstützung in dieser fordernden Phase. Auch von Seiten Behörden, Geschäftspartnern und dem heimischen Gewerbe war eine äusserst hohe Solidarität zu spüren. Merci vielmals für die grossartige Unterstützung, welche wir erfahren durften.